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Unterhaltsvorschuss – Ausweitung ab Juli 2017

03.05.2017 Ehe- und Familienrecht  Zurück

Änderung des Unterhaltsvorschusses ab Juli 2017


Der Unterhaltsvorschuss

Viele Alleinerziehende kennen das Problem: Das Kind hat ein Recht auf Unterhalt jedoch kann oder will der Unterhaltspflichtige nicht zahlen. Aufgrund der daraus folgenden schwierigen finanziellen Situation sind die Kinder letzten Endes die Leitragenden.

Diesem Problem hat der Staat mit dem Unterhaltsvorschuss entgegengewirkt. Derzeit kann jeder alleinerziehende Elternteil, der nicht den ihm zustehenden Unterhalt von dem Unterhaltspflichtigen erhält, bei der zuständigen Unterhaltsvorschussstelle (meist das Jugendamt) einen schriftlichen Antrag für einen Unterhaltsvorschuss einreichen. Der ganz oder teilweise leistungsfähige Elternteil, der nicht leistet, wird dann direkt vom Staat in Höhe des gezahlten Unterhaltsvorschusses in Anspruch genommen.

 

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses liegt derzeit bei

- Kindern unter 5 Jahren: 150,00 €

- Kindern zwischen 6-11 Jahren 201,00 €

 

Besserungen ab Juli 2017

Bis jetzt hatten nur Kinder bis zum 12. Lebensjahr für insgesamt 72 Monate einen Anspruch auf diesen Unterhaltsvorschuss. Ab dem 01. Juli 2017 gibt es jedoch eine Erweiterung, die von den Betroffenen nur begrüßt werden kann, denn:

1) Die Altersgrenze

Die Altersgrenze für den Unterhaltschuss wurde um 6 Jahre angehoben. Ab dem 01. Januar 2017 kann somit einem Kind bis 18 Jahren Unterhaltsvorschuss gewährt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass das Kind zwischen 12-18 Jahren auf keine SGB II Leistungen angewiesen sein darf oder der alleinerziehende Elternteil im SGB II – Bezug mind. 600 € brutto verdient. Die Höhe des Anspruchs beläuft sich bei Kindern über 12 Jahen auf 268,00 €.

2) Die Begrenzungsdauer

Die Begrenzungsdauer für die Unterstützung wird abgeschafft. Der Unterhaltsvorschuss kann dann länger als 72 Monate bzw. 6 Jahre beantragt werden.

3) Der Unterhaltspflichtige

Für den Unterhaltspflichtigen verschärft sich jedoch die Situation, da durch die höheren möglichen Zahlungen des Staats an die Unterhaltsberechtigten ein höheres Interesse an der Wiedererlangung des Unterhalts besteht.

 

 
Rechtstipp

Sie wissen nicht, ob Sie einen Unterhaltsvorschuss beantragen können oder haben Fragen zu dem Ablauf des Antrags? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf - wir helfen bei jeder Frage weiter.